Reizdarm - Wechselspiel der Symptome

Bei Reizdarm sind viele Betroffene gequält von immer wiederkehrenden Bauchschmerzen und Bauchkrämpfen, ihre Verdauung ist träge und Verstopfung steigert das Unwohlsein. Der Alltag ist belastet von unangenehmen Blähungen und Durchfall. Der Stuhlgang ist unregelmäßig und schmerzhaft, teilweise auch mit Schleimabsonderung verbunden. Von Reizdarm bzw. vom Reizdarmsyndrom (RDS) spricht man häufig dann, wenn eines oder mehrere dieser Symptome über mindestens 3 Monate immer wieder auftreten. Die Diagnose eines Reizdarms kann aber nur nach Ausschluss aller sonstigen körperlichen Ursachen endgültig gestellt werden. Die Therapie, die nach der Reizdarm-Diagnose erfolgt, ist abhängig von den Symptomen.

Reizdarm- ein Tabu-Thema?

Reizdarm ist oft ein Tabu-Thema für viele Patienten. Betroffene gehen häufig trotz regelmäßiger Beschwerden nicht zum Arzt, denn die Hemmungen sind groß, über das Thema Darmerkrankungen zu sprechen. Das Reizdarmsyndrom ist eine funktionelle Erkrankung, d.h. es liegen keine organischen Ursachen zugrunde, was durch eine Ausschlußdiagnose bestätigt werden muss. Da zur Diagnose Reizdarm gehört, dass der Arzt "nichts findet" (sondern nur andere Erkrankungen ausschließt), kann der Eindruck entstehen, es handele sich um eine psychosomatische Erkrankung. Das ist aber nicht der Fall: Das Leiden ist echt!

Reizdarm ist keine Seltenheit. Experten sprechen von mindestens 12 Millionen Menschen in Deutschland, die mit dem Reizdarmsyndrom kämpfen. Dies bedeutet, dass jeder siebte Deutsche betroffen ist. Frauen leiden unter den Reizdarm-Symptomen ungefähr doppelt so häufig wie Männer. 90% der Betroffenen sind zwischen 20 und 40 Jahren.

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